Einladung

48. Nordeuropäische Konferenz für Beratung, Therapie und Theologie

3. – 7. Januar 2019

Sankelmark (in der Nähe von Flensburg, Deutschland)

 

Dem Erwachsensein begegnen

„Wir sehen jetzt nur eine Reflektion wie in einem Spiegel; dann werden wir von Angesicht zu Angesicht sehen.”

1.Kor. 13,12a

Aus Kindersicht ist das Erwachsenenalter eine Zeit der Vollendung: der Erfüllung von Potential und der Entwicklung. Und in der Kindheit ist jedes Jahr ein Schritt nach oben und nach vorn hin zum Vollkommenen. So scheint es einem Kind. Aber wie in einem Kampf im Alptraum entschwindet das Vollkommene mit jedem unserer Schritte und mit jeder erreichten Erkenntnis weiter aus unserer Reichweite. Das Kind wächst auf, erstrebt das Vollkommene vergeblich und muss eine erwachsene Stimme hören und bekommen, die dem Dogma widerspricht, damit es nicht ein altes Kind auf hoffnungsloser Mission bleibt. Nicht alle schaffen das.
Erwachsen werden bedeutet, dies aufzugeben.
Das vollständige Zitat von Paulus lautet:
„Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und war klug wie ein Kind und hatte kindliche Anschläge; da ich aber ein Mann ward, tat ich ab, was kindlich war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht, Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.“
Paulus schreibt nicht: „Jetzt bin ich ein Mann, also sehe und erkenne ich (mich selbst) voll und ganz.“ Er schreibt: „Dann (wenn das Vollkommene kommt) schauen wir von Angesicht zu Angesicht und wir werden vollständig erkennen und erkannt sein.“ Anders ausgedrückt, das Vollkommene besteht von Angesicht zu Angesicht, und das Vollkommene kommt. Es ist das Ergebnis der Gnade und keine eigene Leistung. Es kommt in der Begegnung, im „vollständigen Erkennen so wie du vollständig erkannt bist“.
Dem Erwachsensein ins Angesicht schauen bedeutet, jemand anderem ins Angesicht zu schauen, Gott und dem Nächsten. Das Vollkommene kommt in Augenblicken der Gnade, und in einem Spiegel findet man nichts außer den eigenen jüngsten Gesichtern.
„In mir trage ich meine früheren Gesichter
so wie ein Baum seine Wachstumsringe.
Die Gesamtheit all dieser, das bin ich.
Der Spiegel sieht nur meine jüngsten Gesichter.
Ich spüre meine früheren.“
Thomas Tranströmer
In Vorträgen und Gruppenarbeit werden wir uns mit dieser Frage aus theologischer, therapeutischer und gesellschaftlicher Perspektive auseinandersetzen sowie aus der Sicht des Lebens und Denkens des Einzelnen.
Eingeladen sind PfarrerInnen, ÄrztInnen, TherapeutInnen, Angehörige der helfenden Berufe, PädagogInnen und AutorInnen.

Für die Vorbereitungsgruppe

Bente Kasper Madsen

Vorträge 2019

 

Lars Björklund

Chaplain, pastoral counsellor and writer (Sigtunastiftelsen, Sweden)

Kerstin Dillmar 

Hospital Chaplain, section director and writer (Uppsala Akademiska sjukhuset, Sweden)

"In my Father's house are many rooms (John 14:2)"

How to recognize existential pain face to face.

 

Leise Christensen

Pastor, PhD (Aarhus, Denmark)

"Facing adulthood"

 

4 Kurz-Vorträge über ein Kunstwerk, das mit dem Thema des Konferenz übereinstimmt

Henning Röper (Deutschland)
Betija Lidums Ex Putnina (Lettland)
Marie-Luise Elgeti (Deutschland)
Ole Lindqvist (Lettland)

Gruppenangebote

1. Christian Højlund and Kirstine Hansen  (Denmark): PBSP Therapy (Pesso-Therapy) (English)

2. Bent Falk (Denmark): Gestalt Therapy and Supervision Group (English)

3. Lotta Geisler (Schweden): Bibliodrama (Deutsch und English)

4. Mariann Hagbarth (Schweden/Norwegen) und Gerhard Marcel Martin (Deutschland): Dimensionen eines Symbols – innere und äußere Bühne  (Englisch als Hauptsprache mit der Möglichkeit, sich in anderen Sprachen zu verständigen)

5. Ruth Knaup (Deutschland): Tanz- und Kontaktimprovisation als kreativer und therapeutischer Prozess (English und Deutsch)

 

Tagungsort:

Akademie Sankelmark
Europäische Akademie Schleswig-Holstein
D-24988 Sankelmark
Telefon: 04630 – 550 Telefax: 04630 – 55199
eMail: k.johannsen@eash.de

Sankelmark Akademie Seite

Sprache

Die Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch; die Vorträge und Plenumsveranstaltungen werden simultan übersetzt. In einigen Gruppen ist es möglich, in der eigenen Sprache zu arbeiten, man muss jedoch in der Lage sein, die angekündigte Sprache der Arbeitsgruppe zu verstehen.

Dolmetscherin: Dorothea Kötter, Deutschland

Praktische Hinweise

Bitte bringen Sie Noten und Instrumente sowie festliche Kleidung und Ihre - gekennzeichneten - CDs mit Musik für den Abschlußabend mit.

Es wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt; die Veranstaltung wird bei der Ärzte-/Psychotherapeutenkammer akkreditiert.

Einladung hier herunterladen:

Einladung 2019