Arbeitsgruppen

Sankelmark 2020

Arbeitsgruppen

1) Helena Ehrenbusch (Estland) 

Authentische Bewegung (English & Körpersprache)

“Wonach ich suche, ist nicht dort Draußen, sondern in mir”- Helen Keller

Unbewusste Inhalte des Selbst werden durch Bewegungen, die sich nur so und nicht anders in diesem Augenblick entfalten können, „aktiv“ verkörpert, sichtbar, fühlbar und lebendig gemacht.
In diesem Seminar versuchen wir sowohl auf unsere inneren Impulse, die in der Stille auftauchen, zu lauschen und uns bewegen zu lassen (Mover – der/die sich Bewegende) als auch unsere Wachsamkeit und unser Zeugenbewusstsein (Witness - Zeuge/in) zu schulen.

Es wird in einem geschützten, selbst-geleiteten, unvoreingenommenen und emphatischen Rahmen gearbeitet. Wir werden uns bewegen, um Körperbewusstsein, Verbindungen von Körper, Geist und Seele und kinetische Meditation zu erforschen. Für Diskussionen über bewegungs-spezifische Sprache, Ethik, persönliche Ressourcen und Fallen werden wir uns Zeit nehmen.
Die zugrundeliegende Philosophie ist abgeleitet von Rudolf Laban, Karl Gustav Jung, Mary Whitehouse, und gegenwärtigen Erkenntnissen von körperorientierter Psychotherapie, Gestalttherapie, Neurowissenschaft, Supervision, und persönlichen Erfahrungen.

Bitte bequeme Kleidung, Stift und Notizbuch mitbringen.
Anleitungen und Erklärungen werden in Englisch gegeben, aber Teilnehmer können Reflexionen und Erfahrungen auch auf Deutsch teilen.

2) Bent Falk (Denmark)

Love is a gift. If it were fair, it would be a fair – a marketplace
Gestalt Therapy and Supervision Group (English)

“If you really love me, you will give me what I think is fair, and if you don’t it is proof that you do not love me.” This kind of thinking is self-inflicted pain, adding neurotic suffering to the existential (unavoidable) suffering (grief) when you lose what you want to keep or do not get what you want to have. “Neurotic” means the attempt to control what, as a matter of principle, cannot be controlled, and no one can control love. Not by being “good-enough”, by bribing, threatening, making the other one in the relationship feel sorry or guilty, or by any other kind of manipulation. Focusing on that fact may help us to reduce the neurotic suffering of “hurt”, “insulted”, “humiliated”, “depressed” “furious”, and “vengeful” to pure grief which is the inevitable price of lost love.

In the group, we will focus on this issue in the contexts of faith, psychotherapy, counselling, personal therapy, and supervision. 

Participants must be sufficient fluent in English to understand my directions and explanations in English. However, I understand German well so participants may speak German when they do their own work or parts of it.

Gruppensprache ist englisch. Die Ausschreibung gibt es nur auf Englisch.

3) Lotta Geisler (Schweden)

Bibliodrama (Deutsch und English)

In der Bibliodramagruppe werden wir dem Thema der Konferenz („It is not fair“) mit der Hilfe von Bibeltexten begegnen, die das Thema inspiriert haben. Bibliodrama ist ein Weg, sich dem anzunähern, was ein Text, sogar ein einzelnes Wort, für uns bedeuten, indem wir sie langsam erkunden und unsere Erfahrungen in der Gruppe teilen.

Mit der Methode des Bibliodrama erkunden wir Worte, die schwarz-gedruckten Buchstaben, die Sätze und die Kontexte – und heben so unsere eigenen Bilder, Erinnerungen, frühere Interpretationen, Körperwahrnehmungen. Und diese Art der Bibliodrama-Arbeit kann ein Feld eröffnen, und dich dort bleiben lassen, was immer dein eigenen Antworten sein mögen?!

Es gibt kein „richtiges“ Verstehen im Bibliodrama, es ist ein offener Prozess ohne ein festgelegtes Ergebnis! In dem es die Zeit bereitstellt, deine Erfahrungen mit all deinen Sinnen und deinem Körper, mit Farben, Geräuschen, Gesten und so fort, auch mit Worten, zu erkunden und auszudrücken, könnte es für verschiedene persönliche Themen hilfreich werden.

Und so lange die Gruppe bereit ist, die gemeinsamen Gruppenregeln zu akzeptieren, könnten die individuellen Beiträge deinen eigenen Prozess erweitern und bereichern. Bibliodrama zu leiten bedeutet, diesen Prozess zu erleichtern, und ich hoffe sowohl Ideen als auch kreatives Material zu finden, das möglich zu machen.

Was ist „fair play“ – ich bin gespannt?!

Bringt Euch einfach selbst mit, es reicht, wenn Ihr schlechtes Englisch oder schlechtes Deutsch versteht. Je nachdem wer kommt, werden wir eine Möglichkeit zur Kommunikation finden auch mit Worten!

4) Mariann Hagbarth (Schweden/Norwegen) und Gerhard Marcel Martin (Deutschland)

Dimensionen eines Symbols – innere und äußere Bühne
(englisch als Hauptsprache mit der Möglichkeit, sich in anderen Sprachen zu verständigen)

In allen Bereichen des persönlichen, sozialen und religiösen Lebens ist es eine entscheidende Frage, wie Gerechtigkeit und Liebe miteinander verbunden sind. Wie lassen sich ethische Standards verwirklichen unter Einbezug von Barmherzigkeit und Gnade? Wie lässt sich eine Balance von Gerechtigkeit und Gnade finden? Im Gegensatz zu bestimmten theologisch dogmatischen Konzepten ist dies ein wesentliche Grundfragestellung sowohl in der Hebräischen Bibel wie im Neuen Testament. 

In einem seiner Gleichnisse erzählt Jesus die Geschichte von einem Gutsherrn, der Arbeitern, die den ganzen Tag über tätig waren, durchaus gemäß der Absprache mit ihnen, denselben Lohn zahlt wie denen, die erst viel später dazu gekommen sind. Als sich Erstere beschweren, sagt der Gutsherr, dies sei keineswegs unfair: „Ich tue dir kein Unrecht“. „Wieso bist du neidisch, wenn ich gütig bin?“ (Matthäus 20)

Wie geht man mit dem „Skandal“ der Barmherzigkeit um, wenn ökonomischen Standards entsprochen wird, sie aber auch transzendiert werden? Nach einer jüdischen Tradition hat Gott zwei Throne im Himmel. Auf dem Thron der Gerechtigkeit sitzt er eine Stunde am Tag, auf dem Thron der Barmherzigkeit die restlichen dreiundzwanzig Stunden.

In diesem Workshop erforschen wir das Thema und den Text mit zwei komplementären Zugängen. Der eine Weg ist innere Meditation wie in einem Tagtraum und mit Zeichnungen. Der andere ist das Spiel in einer äußeren Szene. Beide Methoden sind gut für Seelsorge und Psychotherapie geeignet.  Sie werden während dieser Tage in verflochtener Weise genutzt werden. (Bringen Sie Ihr eigenes Malzeug mit, wenn Sie wollen; einfaches Material wird bereitgestellt.)

5) Christian Højlund and Kirstine Hansen (Denmark)

PBSP Therapy (Pesso-Therapy) (English)

PBSP-Therapy is a body-oriented interactiv therapy founded by Albert Pesso and his wife Diane Boyden Pesso (read more at the homepage www.PBSP.com ). The healing terapeutic work is based on the confidence, that there behind every pain and suffering is a strong genetic determined longing for and knowlegde about, what is needed to fulfill life, and to bring it further on to the next generations.

With Albert Pessos own words: ”We are made genetically to be able to be happy in an imperfect world, that is endlessly unfolding. And we human beeings are the local agents of that cosmological unfolding.” That's why you can be the true and only instructor of a new symbolic memory, where age and care fit perfect to each other. If autentic on the emotional level, the brain take this new memory for real, it heals the early wounds, and you can unfold with a much more fruitful and life-affirming view at yourself, at other people and at the world. So this healing process is not only a question about survival of the self. But our innate sense of love also ensures the survival of the other and our innate sense for justice ensures rightness, order and meaning in the world.

In this workshop, participants can work on their personal issues with therapeutic support.

Gruppensprache ist englisch. Die Ausschreibung gibt es nur auf Englisch.

6) Peter J. Kruse, Andreas Riebl (Denmark)

"Das ist nicht Fair" - vom Umgang mit den Widersprüchen des Lebens. Selbsterfahrung und Supervision.

Fair behandelt zu werden ist ein Grundbedürfnis des Menschen von Kindheit an, auch wenn unsere Reaktionen auf Situationen unterschiedlich sein mögen. „Das ist aber ungerecht!“ schreit nicht selten das innere Kind in uns. Wenn wir uns unfair behandelt fühlen, kommt unsere Balance durcheinander. Wir reagieren möglicherweise gekränkt oder fühlen uns angegriffen und in unserer Integrität beschädigt. Behandeln wir dagegen andere ungerecht,  fühlen wir uns oft schuldig. Werden wir deshalb „angeklagt“, müssen wir uns verteidigen oder unser Fehlverhalten einräumen und die Balance der Beziehung wieder herstellen. „Das ist nicht fair“ - das kann auch unsere Lebensbilanz betreffen. Dann klagen wir Gott an.

Sowohl persönliche wie auch berufliche Situationen können supervisorisch betrachtet werden. Unsere Erwartungen an „Fairness“, unsere guten Erfahrungen damit und unsere weniger guten mit „Unfairness“ wollen wir mit verschiedenen Herangehensweisen in unserer Gruppe anschauen, miteinander teilen und auch bearbeiten. Dies soll geschehen z.B. mit Achtsamkeitsübungen, Selbstreflektion, Rollenspiel, Malen, Bewegung, Körperwahrnehmung, Umgang mit der Stimme. In allem arbeiten wir prozessorientiert und nach dem Grundsatz der Eigenverantwortlichkeit aller.

Die Gruppe arbeitet überwiegend auf Deutsch. Englisch ist willkommen.