Arbeitsgruppen

Sankelmark 2018

Arbeitsgruppen

1) Kurt und Marie-Luise Bährle (Deutschland)

Rekonstruktionstherapie nach Pesso (Deutsch)

Körperlich erfahrbare, heilende Rekonstruktionen der eigenen Biografie sind eine weltweit verbreitete Methode der Psychotherapie und des emotionalen Wachstums, entwickelt von Albert Pesso und Diane Boyden Pesso. Durch die besonderen Techniken dieser Methode ist es möglich, sich von den lebenslang nachwirkenden Folgen einer beeinträchtigenden Lebensgeschichte zu befreien. Als „Antidot“ (Gegengift) dazu werden neue, lebensbejahende symbolische Erinnerungen konstruiert. Diese heilenden Bilder und Erfahrungen werden sorgfältig und individuell entworfen und so installiert, als ob sie in der tatsächlichen Vergangenheit erlebt worden wären. Anstelle der alten Verletzungen werden nun positive Erinnerungsbilder zum prägenden Vorbild einer Zukunft, die hierdurch mit Hoffnung erwartet und befriedigend gestaltet werden kann.

In der Arbeitsgruppe werden mit hinführenden Übungen neue Erfahrungen ermöglicht. Durch Bewegungs- undAusdrucksweisen des eigenen Körpers und mit der psychologischen Bedeutung von Abstand und räumlicher Anordnung entsteht eine „Struktur“. In einer Struktur haben die TeilnehmerInnen die Gelegenheit, mit therapeutischer Begleitung eine schwierige gegenwärtige Situation oder eine persönliche Frage zu bearbeiten.

 

2) Bent Falk (Denmark)

Gestalttherapie und -supervisionsgruppe (English)

Mauern werden zur Sicherheit gebaut. Daran ist etwas Gutes und etwas Schlechtes. Das Gute ist, daß sie schlechte Menschen außen vor halten. Das Schlechte ist, daß sie die guten Menschen innen drin halten - sicher aber gefangen. Wie gehen wir mit diesem Dilemma um? Die Lösung ist Fenster und Tore. Das gilt für alle Stadtmauern der Welt seit Beginn der Zivilisation.

Auch in der Therapie gilt, daß keine Verteidigung zu haben schlecht ist, ebenso ist es mit einer zu starren. In der Gruppe werden wir nach fruchtbarem Boden suchen zwischen "allem" und "nichts". Alles würde bedeuten, in der Begegnung mit anderen keine Grenzen zu setzen. "Nichts" würde bedeuten, sich niemals etwas oder jemandem Neuen zu öffnen aus überzogener Angst überrannt zu werden. "Dazwischen" wäre ein wacher Kontakt am Tor: das Stellen relevanter Fragen zur Absicht des Fremden und ein fertiger Notfallplan, sollte er/sie sich als unaufrichtig erweisen.

Die Teilnehmenden müssen ausreichend Englischkenntnisse haben, um meine Anweisungen und Erläuterungen in Englisch zu verstehen. Allerding verstehe ich Deutsch gut, so daß die Teilnehmenden ihre eigene Arbeit oder Teile davon in Deutsch machen können.

3) Lotta Geisler (Schweden)

Bibliodrama (Deutsch / English)

Das Bibliodrama lässt sich beschreiben als eine Texterkundung mit der Chance oder dem Risiko, sich selbst oder dem anderen im Hier und Jetzt zu begegnen und auch als eine Auslegungstradition eines alten Bibeltextes. In der bibliodramatischen Arbeit benutzen wir all unsere Sinne und hören auf sie. Es gibt kein richtig oder falsch, und die Spontaneität spielt eine wichtige Rolle, die einzubeziehen lohnt. Daher können wir uns auch auf viele Weisen ausdrücken. Wir können den Körper, Bilder, Laute und vielleicht auch Geschmack und Geruch dazu benutzen. Ihr seid herzlich eingeladen teilzunehmen. Ihr braucht kein Vorwissen. Bringt Euch einfach selbst mit, es reicht, wenn Ihr schlechtes Englisch oder schlechtes Deutsch versteht. Je nachdem wer kommt, werden wir eine Möglichkeit zur Kommunikation finden auch mit Worten!


4) Mariann Hagbarth (Schweden, Norwegen)

Symboldrama - Katathymes Bilderleben (English)

Das Thema Mauern ist in der ausgewählten Textstelle im 1. Buch Mose 49,22 gut dargestellt.

Im Symboldrama (Katatymes Bilderleben) nach Professor H. Leuner benutzen wir Symbole in dem Versuch, uns selbst und die Welt um uns herum zu verstehen. Die tiefsten Wahrheiten lassen sich nur schwer mit Worten allein ausdrücken. Symboldrama ist eine Methode, die wie mit einem Tagtraum in einem meditativen Geisteszustand arbeitet.

Als Jakob prophetisch zu seinen zwölf Söhnen spricht, benutzt er sehr ausdrucksstarke Symbole. Er vergleicht Josef mit einem fruchtbaren Baum an der Quelle, dessen Zweige über die Mauer ranken. In dieser kurzen Zeile findet sich viel Weisheit, die für uns heute nützlich sein kann.

Als PfarrerInnen, SeelsorgerInnen und TherapeutInnen wissen wir alle um die Bedeutung einer Quelle an unseren Wurzeln. Im Schutz einer Mauer läßt es sich auch leichter so sicher wachsen, daß man darüber hinaus schauen kann. Wenn wir sehen, welches Leben Josef hatte, dann verstehen wir auch, daß er diese Bedingungen brauchte, um Kraft zu bekommen zur Erfüllung seines Schicksals. In der Gruppe werden wir erkunden, wie die unterschiedlichen Symbole/ Bilder aus dem Text Entsprechungen in unserem eigenen Leben finden. Wir haben unsere eigenen Quellen, Bäume und Mauern.

Dazu arbeiten wir sowohl mit der ganzen Gruppe als auch in Paaren. Wir malen auch Bilder und machen Zeichnungen, um den Prozeß zu fördern. Aber laßt Euch davon bitte nicht von der Gruppenteilnahme abschrecken. Bringt Euer eigenes Papier und Eure eigenen Farben mit und erlebt, wieviel Spaß das machen kann.

 

5) Ruth Knaup (Deutschland)

Tanz- und Kontaktimprovisation als kreativer und therapeutischer Prozess (Englisch / Deutsch)

Der lebendige Körper kennt keine „Mauern“. Alle unsere physischen Strukturen sind mehr oder weniger flexibel und durchlässig – sogar Knochen sind lebendig und können heilen.

Der menschliche Körper ist verwundbar. Mauern können uns ein Gefühl von Sicherheit geben. Aber gleichzeitig blockieren sie unsere größte Fähigkeit: Den kommunizierenden Körper.

Sich von Zeit zu Zeit zu verstecken ist ein menschliches Bedürfnis. Aber genauso brauchen wir Nähe und Austausch: körperlich, seelisch und geistig. In dieser Gruppe werden wir beides erforschen: Sichere Verstecke sowie Wege, die Grenzen zu öffnen, um fruchtbare und inspirierende Begegnungen zu genießen.

Die Arbeit beruht auf Methoden der gestaltorientierten Tanz- und Theatertherapie, Body-Mind-Centering, Bibliodrama, spielerischen Techniken des zeitgenössischen Tanzes und der Performancekunst. Dies ermöglicht eine Fülle von lebendigen und spannenden Begegnungen mit sich selbst und anderen. Durch Körperarbeit und Entspannung wird zunächst das „zuhause sein“ im eigenen Körper gefördert, die Wachheit, Präsenz und Selbstwahrnehmung.

Keinerlei tänzerische Fähigkeiten sind notwendig, besonders auch Männer sind herzlichst willkommen. Alle Sprachen sind möglich, da die Bewegungsarbeit im Vordergrund steht. Die Gruppensprache ist Englisch, es kann nach Bedarf ins Deutsche übersetzt werden.